»Vagabondage«, hg. Von Pavlic und Schörkhuber

»Das Spannungsfeld zwischen (subversivem) Widerstand und materieller Not, zwischen Freiheitsdrang und repressiven Zwängen erzeugt eine Ambivalenz, die sich wie ein roter Faden durch die Beiträge zieht. Die Auslotung dieser Grenzbereiche prägt Peter Haumers und Andreas Pavlics historische Parcours gleichermaßen wie Maren Rahmanns und Gregor Rosentischs Perspektiven auf Straßenmusik. … Der Vieldeutigkeit der Vagabondage entspricht die stilistische Vielfalt des Bandes: Natalie Deewan knüpft an die Tradition der subversiven Zinken an und lässt ihr Gestaltenverzeichnis in der eigens kreierten Graffitirecyclingschrift Heterotypia Sign Vienna durch das Buch mäandern. Anna Leder kondensiert ihre Gespräche mit der zwischen Rumänien und Österreich migrierenden 24-Stunden-Betreuerin Gabriela mit lyrischen Mitteln.«
(Michael Bodenstein, Tagebuch Nr. 9, 2022)

»Ethik als erste Philosophie« von Emmanuel Levinas

»Wie verwickelt die ambivalente Urszene dieser existenziellen Phänomenologie ist, kann man an dem dichten Vortragstext sehr gut studieren. Als Einführung in die stets aufs Neue irritierende Gedankenwelt von Levinas lässt er sich dank des Glossars und des ausführlich erläuternden Nachworts lesen, das der Übersetzer Gerhard Weinberger dieser Ausgabe beigefügt hat.«
(Uwe Justus Wenzel, FAZ, 16. August 2022)

»Vom Guten, Wahren und Schlechten« von Franz Schuh

»In der Tat beherrscht Schuh die Kunst der erhellenden und nicht selten erheiternden Definition, eine diskursive Technik, die nicht nur Ordnung schafft, sondern auch so manchen Erkenntnisschub: Franz Schuh ist ein Denker der Verblüffung ohne Bluff. Gegen die ›wüste Unbildung‹ der Zeitgenossen und, vielleicht vehementer noch, ihre Halbbildung zieht er ohne jeden Genierer zu Felde.«
(Daniela Strigl, FAZ, 5. August 2022)

»Ethik als erste Philosophie« von Emmanuel Levinas

»Ein schmales, aber wichtiges Buch, das eine schwerwiegende Philosophie gerade einer jüngeren Generation näherbringen könnte. Das schon erwähnte https://sonderzahl.at/product/ethik-als-erste-philosophie/achwort und ein Glossar dienen dem Anliegen, Levinas gegenwärtig zu halten – in Zeiten wie diesen scheint das durchaus angeraten.«

(Wolfgang Müller-Funk, Die Presse/Spektrum, 30. April 2022)

»Ethik als Erste Philosophie«

»Wie sonst kaum wo im Werk von Levinas wird für dessen aufmerksame Leserschaft deutlich, was diesen tiefsinnigen und zutiefst humanen Philosophen antrieb – die Fortführung der jüdischen Theologie mit den Mitteln eines Ursprungsdenkens, wie es sich einzig in der deutschen Phänomenologie bei Husserl und Heidegger findet.
Die Ethik als Erste Philosophie erwächst aus der zeitgenössischen Phänomenologie ebenso wie aus der Tiefe der Zeiten. Der visionären Kultur des Judentums nahezustehen, ist zweifellos eine Hilfe, aber nicht unabdingbar, um mit Levinas das Grundproblem der menschlichen Existenz mitzudenken – eben deshalb reiht sich der vorliegende Ethikvortrag akzentsetzend ein in die grossen kleinen Werke der abendländischen Ideentradition.«

(Peter Strasser, NZZ, 15. Februar 2022)

»Josefine Mutzenbacher. Kritische Ausgabe nach dem Erstdruck mit Beiträgen von Oswald Wiener«

»Es ist ein Werk mit vielen Anmerkungen auf fast jeder Seite, einer editorischen Nachbemerkung, dann auch mit erotischen Karikaturen aus der Ära der Erstauflage und einem Nachwort. Zudem finden sich auch Oswald Wieners ›Beiträge zu eine Ädöologie des Wienerischen‹ im Buch. Dieses Wörterverzeichnis lässt einen die Sprache besser verstehen – auch wenn sie fern und tot ist wie das Wien dieser Tage.
(D)ie zahlreichen Vermerke auf den jeweiligen Seiten (…) bremsen zwar den Lesefluss, sorgen aber im Augenblick für eine die Distanz aufrufende Reflexion. Man sieht sich an der Seite jener, die hier das erste Mal in der Geschichte dieses Romans Hintergründe beleuchten. Und ja: Das macht das Lesen auch der manchmal unerträglichen, kinderpornografischen Stellen möglich. Leicht ist es trotzdem nicht, mit manchen Sätzen ein Auskommen zu finden.«

(Manfred Klimek, Wiener Zeitung, 13. Jänner 2022)

»Vampire! Schattengewächse der Aufklärung«

»Vampire! Schattengewächse der Aufklärung bietet einen spannenden Überblick über die Wirkungsgeschichte des Vampirglaubens. Als Sinnbild des Unheimlichen, der uns unsere eigene Sterblichkeit vor Augen führt, ist seine Anziehungskraft auch heute – man denke nur an die vielen Vampirfilme und Serien – noch ungebrochen. Ein Band, der viel Wissenswertes aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet und trotz seiner wissenschaftlichen Ausrichtung auch unterhaltsam zu lesen ist.«

(Barbara E. Seidl, litrobona, 13. November 2021)

Deutschlandfunk Kultur über »Josefine Mutzenbacher«

»Der Sonderzahl Verlag macht mit seiner Wiener Neuausgabe, ebenso wie mit einem Aufsatzband von 2018 vieles von dem wett, was Oswald Wiener einst noch als überfällig beklagte: ›Bis heute aber war die Germanistik zu unfähig, einen Teil ihrer Aufmerksamkeit der deutschen Pornografie zuzuwenden.‹ So wurde in die Kritische Ausgabe, die dem Erstdruck folgt, auch Oswald Wieners 1969 erstelltes Glossar des lokalen Sexualjargons aufgenommen.

Das ausgezeichnete Nachwort von Clemens Ruthner lenkt den Blick darauf, dass die Mutzenbacher ein jederzeit ernstzunehmendes und lesenswertes, subversives und verstörendes Werk ist.«

(Deutschlandfunk, 5.10.2021)

Marietta Böning für das Literaturhaus Wien über Zurück in die Herkunft

Marietta Böning für das Literaturhaus Wien über Zurück in die Herkunft:

»Die literarische Qualität des Buches liegt in seiner essayistischen Raffinesse. Das literarische Subjekt geriert sich mäandernd, beweglich, „flüssig“, trotzdem nicht ohne politische Positionierung. Es behauptet somit nicht nur aus Quellen zu sprechen – es versteckt sich nicht irgendwo, um einfältig den Hahn aufzudrehen und sich zu inszenieren – es sprudelt wie ein Fisch mit heraus. So sehr sich das Buch permanent mit anderen beschäftigt, so sehr also auch mit dem schreibenden Subjekt selbst.«

(Literaturhaus Wien, 28. 06. 2021)