Lucas Cejpek

Umkreisung

240 Seiten ,13,5 x 21,0 cm
Januar 2020
ISBN 978-3-85449-547-5
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22,00

Umkreisung ist ein Text ohne Fluchtpunkt, wenn man möchte, ein Roman ohne Zentralperspektive, dafür aber mit einem für den Essay üblichen Autoren-Ich und den ihm eigenen Umkreisungsbewegungen. Ein Roman also, der kein Roman ist, ein Essay, der kein Essay ist.
Eine Person bildet den Ausgangspunkt dieser unterschiedlichen Suchbewegungen: Der Autor nennt sie Iris wie das Schwertliliengewächs und die Regenbogenhaut oder Blende des Auges. Für Iris wie für den fotografischen Blick gilt die Regel: Je kleiner die Blendenöffnung, desto größer die Schärfentiefe.
Mit Umkreisung werden die unterschiedlichsten Töne oder Erzählweisen angestimmt, von der Reportage bis zum Listen-Gedicht. Ausgangspunkte sind alltägliche Geschichten, die der Ich-Erzähler mit Bedeutung auflädt, indem er ständig neue Verbindungen zu anderen Dingen herstellt. Dabei entsteht auch ein Stadtroman; kreuz und quer ziehen sich die Wege durch Wien zu realen Schauplätzen: Museen und Bibliotheken, Galerien und Veranstaltungsorten. Und so führen die Umkreisungen doch zu einer Mitte – Wien als Zentrum einer Obsession, die wiederum im gestirnten Himmel ein übergroßes Gegenüber findet. So erfährt der in die Mehrzahl gesetzte Mittelpunkt seine Auflösung, denn wie Kopernikus 1510 schrieb: »Der Mittelpunkt aller Himmelskörper ist nicht ein einziger.«

Stimmen

»In Lucas Cejpeks schönem Buch wird der Umkreisung von Leben und Kunst als Vorraussetzung für die Literatur, also dem Kreislauf von Erleben, Sehen, Lesen, Erinnern und Schreiben, ein Denkmal gesetzt.« (Florian Dietmaier, Literaturhaus Wien, 29. März 2020)
»Wenn Wissen und Denken lustvolle Unterhaltung bedeuten, dann hat Lucas Cejpek das unterhaltsamste Buch der Saison geschrieben.« (Wilhelm Hengstler, Die Presse, 25. Juli 2020)