Triëdere #13: (Auto)Poetologien

122 Seiten ,16,0 x 24,0 cm
Dezember 2015

12,00

Poetologien sind in aller Munde — nicht nur im Bereich der Literatur. Überall dort, wo die (sprachliche) Verfasstheit von Wissen bedacht wird, wuchern die Reflexionen, nach welchen Regeln diese Erkenntnisse gewonnen werden: als Poetologien des Wissens, der Erinnerung, der Geschichte. Es ließe sich also annehmen, dass die Poetologie längst einen Übergangsbereich zwischen literarischen und wissenschaftlichen Fragestellungen bezeichnet — im Sinne einer uferlosen Disziplin, die nicht nur nach den Regelmäßigkeiten sprachlicher Kunstwerke fragt, sondern diese auch noch mit den Formationsbedingungen und Regularien von Erkenntnis und dem Sprechen darüber verbindet. Es ginge ihr demnach nicht mehr nur darum, eine Lehre von der Dichtkunst, eine vermeintlich normative Poetik, zu formulieren. Noch ließe sich Poetologie auf die Vielzahl an individuellen, poetischen Selbstverständnissen eingrenzen, wie sie in Form von Poetikvorlesungen kultiviert und als etabliertes Genre in den Literaturbetrieb integriert werden. Poetologien, so scheint es, umkreisen jenen Ort, wo sich Fragen des Handwerks, der eigenen Positionierung und auch der Epistemologie überschneiden und auf Antworten drängen, in denen sich diese immanenten Spannungen nicht auflösen, sondern nur unterschiedlich arrangieren und so bekräftigen lassen.

Mit Beiträgen von: Markus Köhle, Michael Hammerschmidt, Astrid Nischkauer, Elfriede Jelinek, Peter Clar, Peter Truschner, G.H.H., Thomas Ballhausen, Mieze Medusa.