Doron Rabinovici

I wie Rabinovici. Zu Sprachen finden

Salzburger Stefan Zweig Poetikvorlesungen

128 Seiten ,12,5 x 20,0
März 2019
ISBN 978-3-85449-524-6
Lieferbar

16,00

In seiner Poetikvorlesung »I wie Rabinovici. Zu Sprachen finden« erkundet Doron Rabinovici, wie vielfältig Sprache von Anfang an ist und wie unterschiedlich die eigene Identität erfahren werden kann.

In der ersten Vorlesung zeigt der Autor auf, wie er »von der Sprache adoptiert« wurde, von dem Deutschen, das für ihn nie eine selbstverständliche oder unbelastete Sprache war und die er erlernte, nachdem er mit seiner Familie aus Tel Aviv nach Österreich übersiedelte. Er war eines jener Judenkinder, die es eigentlich gar nicht mehr geben konnte. »Meine Herkunft war die Erinnerung «, stellt Rabinovici fest, weshalb sein Schreiben auf der Notwendigkeit beruht, über das zu sprechen, »was unerhört blieb«.
Die Trauer um den eigenen Vater ist der Ausgangspunkt der zweiten Vorlesung: »Vom Schreiben nach dem Tod« handelt vom Festhalten des Vergangenen und der Erinnerung als Widerstand gegen die Auslöschung. Literatur wird in einer Zeit, da die Überlebenden des Holocaust wegsterben, gleichsam eine Stimme gegen Geschichtslügen wie gegen Wirklichkeitsverleugnung.
In der dritten Vorlesung »Das Unsägliche « wird an exemplarischen Beispielen von 1916 bis heute erörtert, auf welch unterschiedliche Weise Literatur zur Sprache bringen kann, was sie uns verschlägt. Ob unsagbares Glück oder unerhörtes Leid: Die Worte reichen nicht aus. Aber dieses Versagen verurteilt uns nicht zum Verstummen, sondern spornt zum Fortschreiben an. Doron Rabinovici gelingt es in seiner Poetikvorlesung zu zeigen, wie notwendig Widerworte angesichts der derzeitigen politischen Verhältnisse in Österreich und in Europa sind.

Die Salzburger Stefan Zweig Poetikvorlesungen werden herausgegeben von der Universität Salzburg, Fachbereich Germanistik, dem Stefan Zweig Zentrum, dem Salzburger Literaturforum Leselampe, Christa Gürtler und Norbert Christian Wolf.

Stimmen

»(…) wie Rabinovici von seinem Verhältnis zur deutschen Sprache erzählt, davon, was sie für zugewanderte Autorinnen und Autoren bedeutet, ist so klug, richtig und wichtig, dass man unentwegt daraus zitieren möchte«
- Andrea Heinz, Standard Album, 19. Oktober 2019
»In den drei Vorlesungen Von der Sprache adoptiert. Vom Schreiben nach dem Tod und Das Unsägliche schreibt Rabinovici herrlich unaufgeregt und unprätentiös, mit großer Klarheit und unaufdringlicher Poetik darüber, wieso wir Sprache brauchen, die literarische zumal«
- Andrea Heinz, Standard Album, 19. Oktober 2019
»(…) drei Vorlesungen, die in diesem Buch zu einem der wichtigsten und überzeugendsten Essays in der jüngeren österreichischen Literatur zusammengefügt sind«
- Gerhard Zeilinger, Literatur und Kritik, März 2020