herbert j. wimmer in der Alten Schmiede Wien

programm

Dienstag, 26. Mai

Herbert J. Wimmer: LOB DER STADT – I

143. AUTOR*INNENPROJEKT

1. Abend:
ZEITPFEIL ET CETERA

19:00

Thomas Eder ZEITPFEIL. ROMAN innerhalb der ROMANARTIGKEITEN Impulsvortrag
Nika Pfeifer &
Herbert J. Wimmer WECHSELWERKEN Text-Dialog

20:00

Lydia Mischkulnig Werkgespräch mit
Herbert J. Wimmer

Herbert J. Wimmers ENZYKLOPÄDIE DES AUGENBLICKS ist eine seit 1991 anwachsende Reihe von Prosa-Veröffentlichungen, die konzeptuell eigenständig sind, jedoch verbunden durch eine Poetik der »OFFENEN FORMEN«, der sprachlichen (Re-)Konstruktion von Präsenz, der Kartografierung innerer und räumlicher Situationen.
Anhand von Lesungen aus dem ersten Enzyklopädie-Eintrag INNERE STADT: ROMAN und dem – vorläufig – letzten LOB DER STADT (Romanmanuskript) erkunden Herbert J. Wimmer und Nika Pfeifer in Text-Dialog und Gespräch, »wie STADT als textbau/textagglomeration der menschlichen beziehungen und verkehrsweisen lesbar wird«. Anschließend spricht Lydia Mischkulnig mit Herbert J. Wimmer entlang von Lesungspassagen aus seiner neueren Prosa über Konstellationen von Werk und Leben.

Herbert J. Wimmer, *1951; Gedichte, Prosa, Hörstücke, literatur- und filmkritische Schriften, bildnerische Arbeiten, Performances, Gemeinschaftsprojekte u.a. mit Marion Steinfellner, Michael Fischer, Nika Pfeifer. Mehrere Autorenprojekte in der Alten Schmiede, u.a. dokumentiert im Buch: strukturen erzählen. Die Moderne der Texte (1996). Zur enzyklopädie des augenblicks zählt Herbert J. Wimmer: innere stadt: roman (entstanden zwischen 1973 bis 1985/87, erstpubliziert 1991); das offene schloss. ambivalenzroman (1997); auto stop. tempotexte (1998); der zeitpfeil. roman (2003); kühlzack und flexer. aggregatroman (2009); membran roman (2013); tote im text. thriller (2016); interfer. blaunsteinerbuch (2018); klärwerk. rezyklopädie der gegenwart (2020); schon wieder noch nie. romanevolution (2025).

Thomas Eder, *1968; Literaturwissenschaftler, Referatsleiter im Bundeskanzleramt. Zuletzt u.a.: Wiener Kreis und Wiener Gruppe (Hg. mit K. Kókai, 2024); siehe auch 15.6.

Nika Pfeifer, *1975; Lyrik, Prosa, Hörstücke, kollaborative Projekte. Zuletzt u.a.: TIGER TOAST (2024).

Lydia Mischkulnig, *1963; Prosa, Essays; Lehrbeauftragte; zuletzt u.a.: Beau Rivage: eine Rückkehr. Roman (2025); siehe auch 8.6.

Sasha Marianna Salzmann im DomQuartier Salzburg

Seit 2019 organisiert die INITIATIVE FREIES WORT in Zusammenarbeit mit dem Salzburg Museum zum Jahrestag der Salzburger Bücherverbrennung 1938 eine Veranstaltung zu einem spezifischen Thema. Diesmal geht es bei einer Podiumsdiskussion in hochkarätiger Runde um das Thema Recht & Gerechtigkeit. Moderiert von Günter Kaindlstorfer diskutieren der Jurist Franz-Stefan Meissel, die Historikerin Linda Erker und die Autorin Sasha Marianna Salzmann über die Bedeutungsräume von Recht bzw. Gerechtigkeit. Für die musikalische Umrahmung des Abends sorgt die Cellistin Sophie Abraham.

Eine Veranstaltung der Initiative Freies Wort in Kooperation mit dem Salzburg Museum. Übertragung im Live-Stream von FS1

Bastian Schneider im Literaturhaus Köln

Zum 30. Geburtstag des Literaturhauses stellen wir monatlich Bücher von Autor*innen aus der Region vor. Bei Getränk und kleinem Imbiss gibt es die Gelegenheit zum Austausch.

Drei Frauen, drei Generationen. Zwischen Krieg, Wirtschaftswunder und Studentenbewegung erzählt Ute Wegmann in Alles soll sehr weiß sein (Maro) von Arbeit, Schweigen und Wandel – und vom Leben berufstätiger Frauen im 20. Jahrhundert. Es moderiert Sabine Küchler.

In Bastian Schneiders Roman Umschreibung (sonderzahl) jagt Detektiv Emil Nerz keinen Menschen, sondern einen verschollenen Kafka-Text. Zwischen surrealem Noir, Science-Fiction und KI-Visionen entsteht ein rasanter Roman über Macht, Kontrolle – und den Preis einer perfekten Welt. Es moderiert Martin Mittelmeier.

Cornelius Hell in der Buchhandlung Herder

Sätze, die einen nicht loslassen – Lesezeichen durch die Literaturgeschichte – Lebenszeiten im Licht der Literatur… In klarem Rhythmus und pointenreichen Sätzen gibt Cornelius Hell Momenten eine poetische Kraft, die aus alltäglichen Situationen besondere Augenblicke machen, die über das Persönliche und Vergangene hinauswirken.

Cornelius Hell im Gespräch – am Welttag des Buches!

Herzliche Einladung!

Eine Anmeldung erleichtert uns die Organisation:
buchhandlung@herder.at
oder 01/512 14 13

Lucas Cejpek in Straßburg

Am Donnerstag, den 9. April um 18 Uhr lädt das Österreichische Generalkonsulat in Straßburg zu einem besonderen literarischen Abend ein. Lucas Cejpek liest Auszüge aus seinen bislang in Frankreich unveröffentlichten Werken Du siehst Gespenster und nichts in der Minibar und Quer zur Schreiblinie, in denen er seine Aufenthalte an verschiedenen Orten Straßburgs verarbeitet.

Der zweisprachige Lesung folgt ein Gespräch von Aurélie Le Née mit dem Autor.

Anmeldung bis zum 2. April 2026 unter:
strassburg-gk@bmeia.gv.at oder +33 (0)3 88 35 13 94

Wolfgang Liemberger & Georg Vogt auf der Diagonale in Graz

Unter Einsatz verschiedener filmischer Formen wie Animation, Splitscreen und Fischauge gestaltet Wolfgang Liemberger und Georg Vogt das assoziative Porträt des 2021 verstorbenen Avantgardefilmemachers Ferry Radax. Gefilmt größtenteils in Monterosso, Schauplatz von Radax’ Hauptwerk Sonne halt! .

„Gefahr haben wir nie gemieden“, sagt Ferry Radax. Der Filmemacher, eine zentrale Figur des österreichischen Avantgardekinos der Sechzigerjahre, hat mit Sonne halt! das Zentralgestirn vom Himmel geschossen, Thomas Bernhard drei Tage auf einer Parkbank interviewt und nach seinem Tod 2021 ein großes Archiv hinterlassen. Noch zu Radax’ Lebzeiten begann Wolfgang Liemberger an diesem naturgemäß unorthodoxen Porträt zu arbeiten, das nun als assoziativ montiertes Werk ein vorläufiges Ende findet. Es treten u. a. auf: ein computeranimiertes schwarzes Tentakelmonster sowie Radax selbst am Strand von Monterosso, dem Drehort von Sonne halt! . Liemberger und Vogt filmen Radax beim Interview mit einem Fischaugenobjektiv, das Meer dahinter sieht aus wie eine Kugel. All das verschmilzt mit der Lyrik von Sophie Reyer zur losen Beschreibung einer künstlerischen Weltwahrnehmung des 20. Jahrhunderts, in der ein kritischer Pessimismus, die Prophezeiung vom Ende der Menschheit und das Bernhard’sche Mantra vom Untergang noch als Koketterie gelten konnten. (Anna Katharina Laggner)