In überraschender Symbiose mit staatlichen Behörden entwickelte die Österreichische Gesellschaft für Literatur ab 1961 innovative Strategien: (geheime) Büchersendungen in den »Osten«, internationale Lesereisen, österreichische Literaturpreise und -gesellschaften, Einladungsprogramme für Exilautor*innen und Übersetzer*innen, und vor allem ein zuvor in Qualität und Umfang unvorstellbares Veranstaltungsprogramm, über 400 Veranstaltungen fanden mit Gästen aus »Ost« und »West« wie Elias Canetti, Imre Kertész, Mary McCarthy, Oskar Pastior u.v.a. statt.
Eine Spurensuche auf den Wegen der sowohl verdeckten als auch im Scheinwerferlicht stehenden internationalen Literaturvermittlung im Kalten Krieg, die sich dank der einzigartigen, weitgehend unbekannten Materialien des ÖGfL-Archivs in seltener Transparenz verfolgen lässt.
Archiv: Events
A list of upcoming events
Manès Sperbers »Zur Analyse der Tyrannis« im NÖ Landesmuseum
Manès Sperbers Schrift Zur Analyse der Tyrannis erschien im Jänner 1939 im Pariser Exil, sieben Monate vor dem Hitler-Stalin-Pakt und acht Monate vor Beginn des Zweiten Weltkriegs. Der österreichisch-französische Philosoph, Individualpsychologe und Schriftsteller (1905 Sabolotiw/Galizien – 1979 Paris) beschreibt darin jene Mechanismen, die, legitimiert durch die Berufung auf Volk und Nation, zum Untergang der europäischen Demokratien und zu neuen Formen totalitärer Herrschaft geführt haben. Der Machthaber, so Sperber in seiner Analyse, erscheint den Benachteiligten als einer der ihren, der sie in seinem Kampf gegen das „System“ für alle erlittenen ökonomischen und sozialen Verluste zu entschädigen verspricht – angesichts der Erfolge antidemokratischer Bewegungen unserer Tage ein aktuelles Thema.
Aus diesem Werk lesen und diskutieren Christian Rapp, wissenschaftlicher Leiter des Hauses der Geschichte im Museum Niederösterreich, Martha Keil, wissenschaftliche Leiterin der Ehemaligen Synagoge St. Pölten und des Instituts für jüdische Geschichte Österreichs, und der Literaturwissenschaftler und Präsident der Manès Sperber-Gesellschaft Wolfgang Müller-Funk ausgewählte Texte. Anlass ist das Erscheinen der von Müller-Funk herausgegebenen Auswahlausgabe der Werke von Manès Sperber.
Anmeldung wird erbeten unter anmeldung@museumnoe.at
Lucas Cejpek »Du siehst Gespenster und nichts in der Minibar«
Bernd Marin im Bruno Kreisky Forum
Bernd Marin präsentiert sein neues Buch »LebensZeiten« im Bruno Kreisky Forum für internationalen Dialog. Kuratiert von Robert Misik.
Gustav Ernst in der Alten Schmiede
Buch Wien
Franz Schuh in der Alten Schmiede
Seit fast einem halben Jahrhundert setzt sich Franz Schuh intensiv mit dem Werk Elias Canettis auseinander. Das Ergebnis dieses Studiums ist nachzulesen in 25 Essays, die in diesem Band erstmals publiziert werden und die Canettis Literatur auf die ihr zugrundeliegende Lebensform hin untersuchen. Flankiert wird das Korpus von zwei großen Essays über Karl Kraus, das frühere Vorbild des späteren Nobelpreisträgers.
Franz Schuh, *1947; Schriftsteller, Kritiker, Philosoph; zuletzt: Ein Mann ohne Beschwerden (2023).
Frankfurter Buchmesse 2024
Gustav Ernst in der ÖGfL
Gustav Ernst präsentiert sein neues Buch »Die Glückseligen« in der Österreichischen Gesellschaft für Literatur. Weitere Informationen folgen.