Ferdinand Schmatz in der Alten Schmiede

19:00

Ferdinand Schmatz & Heimo Zobernig
diskrete diskurse Ritter Verlag
Eva Maria Stadler EINFÜHRUNG

20:00

Teresa Präauer
Eva Schlegel
Ferdinand Schmatz
Lesungen, Gespräch
Ferdinand Schmatz KONZEPT, MODERATION

›Schielen ist Erkenntnis‹, das mag auf den ersten Blick paradox klingen – wie kann Unschärfe etwas verdeutlichen? Ferdinand Schmatz‘ jüngster Essayband Schielen ist Erkenntnis gewinnt aus der planvollen Suspendierung von Wahrnehmungsroutinen und Denkkategorien Modi des Mitvollzugs der künstlerischen Arbeit anderer. Sein Autor*innenprojekt führt diese konstruktivistisch-essayistische Zugangsweise weiter und nimmt zudem die medienübergreifende Anlage seiner Poetik auf: Die Autorin und bildende Künstlerin Teresa Präauer und die bildende Künstlerin Eva Schlegel sprechen über ihre künstlerischen Beobachtungs- und Ausdrucksformen als Quellen für die Erweiterung von zugewiesenen Verhaltensweisen und festgelegten Bildern der Wirklichkeit.
Eine weitere Facette der Verbindung von Poesie und bildender Kunst bei Ferdinand Schmatz ist die fortgesetzte Zusammenarbeit mit Heimo Zobernig. Über ihren zweiten gemeinsamen Band diskrete diskurse schreiben sie: »Wir denken hinaus, wir denken hinein, wir schreiben klein und groß – das Diverse bleibt bestehen, das Diskrete wandelt sich zur Mitteilung, die ihre Orte findet, die sie selbst noch nicht kannte, einnehmen konnte, wollte, durfte.«

Ferdinand Schmatz, *1953; Autor, Herausgeber der Werke von Reinhard Priessnitz. 2012–2020 Professor und Vorstand des Instituts für Sprachkunst Wien. Lyrik, Prosa, Essays – gem. mit Heimo Zobernig: Farbenlehre (1995); zuletzt (u.a.): STRAND DER VERSE LAUF. Gedicht (2022).

Heimo Zobernig, *1958; bildender Künstler, 2000–2022 Professur für Bildhauerei, Akademie der bildenden Künste Wien.

Eva Maria Stadler, *1964; Professorin für Kunst und Wissenstransfer, Leiterin des Instituts für Kunst und Gesellschaft, Universität für angewandte Kunst Wien.

Teresa Präauer, *1979; Autorin, bildende Künstlerin; zuletzt u.a.: Kochen im falschen Jahrhundert. Roman (2023).

Eva Schlegel, *1960; bildende Künstlerin, 1997–2006 Professur für Kunst und Fotografie, Akademie der bildenden Künste Wien.

Bastian Schneider in Aachen

Lesung

Emil Nerz ist ein Detektiv besonderer Art: Er sucht keine Menschen, sondern Texte. Als er den Auftrag erhält, einen verschollenen und bislang unbekannten Text Franz Kafkas zu finden, beginnt eine rastlose Jagt, die ihn von München über Berlin bis nach Buenos Aires führt – und in die Tiefen der argentinischen Nationalbibliothek, wo sich Realität, Literatur und virtuelle Welten unaufhaltsam überlagern… Ein Literatur-Krimi der Extraklasse.

Bastian Schneider, 1981 in Siegen geboren. Studium der deutschen und französischen Literatur in Marburg und Paris; Studium der Sprachkunst in Wien. Neben zahlreichen Stipendien und Auszeichnungen war er 2016 für den Ingeborg-Bachmann-Preis nominiert und erhielt 2018 den Dresdener Lyrikpreis. Er lebt und arbeitet in Wien und Köln.

Gustav Ernst auf der BuchWien

Arbeiterkino

Gespräch

Sonntag, 29. November
12.00 — 12.30 Uhr
DER STANDARD-Bühne
Tickets

Aufgewachsen in Favoriten, dem zehnten Wiener Gemeindebezirk, wurde Gustav Ernst im Arbeitermilieu der Nachkriegszeit groß, unter Verhältnissen, die denkbar weit von den Standards, Wertvorstellungen und Wünschen unserer Gegenwart entfernt sind. Um sich dieses Abstands und seiner eigenen Herkunft zu vergewissern, beginnt er damit, Erinnerungssplitter zu Papier zu bringen, die seine Jugend in Favoriten ausmachen: Was entsteht, ist kein Memoir, sondern eine Art Kopfkino: Die Szenenfolge der Erzählungen bildet ein schillerndes Prisma einer verlorenen Zeit, die Ernst gewohnt schonungslos zeichnet.

Moderation: Ronald Pohl, Der STANDARD

Lydia Mischkulnig auf der BuchWien

Worüber wir reden, wenn wir von Literatur reden

Gespräch

Freitag, 27. November
10.00 — 10.30 Uhr
3sat.Lounge
ab 16 Jahren

31 freie Plätze für Schulklassen

„Die Poetik meines Schreibens beruht auf dem Widerwillen, nach einem Plan, einem Exposé, oder einem Treatment vorzugehen“, bekennt Lydia Mischkulnig in ihrem poetologischen Versuch, dem Wesen und Wirken der Literatur auf die Schliche zu kommen. Literatur wird hier nicht als Produkt eines genialischen Geistes betrachtet, der sich von diesem zuvor einen genauen Plan machen könnte, sondern als ein komplexes Geschehen, sich in der Sprache mit sich selbst über die Welt zu verständigen. „Worüber wir reden, wenn wir von Literatur reden“ ist ein Essay voller poetischer Selbsterkenntnisse, die an die Grundlagen des Zusammenlebens rühren.

Moderation: Jérôme Jaminet

Klemens Renoldner auf der Buchwien

Die Wolken von beiden Seiten gesehen

Gespräch

Donnerstag, 26. November
10.00 — 10.30 Uhr
3sat.Lounge
Tickets

„Die Wolken von beiden Seiten gesehen“ beschäftigt sich mit der Frage, wie man das Schicksal eines Menschen erzählen kann. Der Roman schickt seinen Protagonisten, den Wiener Regisseur Felix Tichy, auf die Suche nach seinem ehemaligen Freund Florian Lothar.

Die beiden hatten sich viele Jahre lang aus den Augen verloren, aber Florian tritt plötzlich durch einen Brief wieder in Felix’ Leben: Darin kündigt er seinen Suizid an und bittet Felix, die Rede bei seiner Trauerfeier zu halten. Es gäbe weit verbreitete Irrtümer in Florians Biografie, die es zu korrigieren gilt. Eine manische Suche beginnt, die auch die Wahrheit von Felix’ eigener Lebensgeschichte zusehends zweifelhaft erscheinen lässt.

Moderation: Cornelius Hell

Karl Sierek im Filmmuseum

9. November 2026
20.00 Buchpräsentation Wege #5

In den sechs Bänden der Buchreihe Wege. Spuren und Bahnen der Bewegung im Kino treffen Wegebauten und Bewegungsbilder aufeinander. Seit es das Kino gibt, wird das Furchen von Spuren und Legen von Bahnen durch Land- und Stadtschaften in bewegten Bildern präsentiert, reflektiert und differenziert. Eine der ältesten Fertigkeiten des Menschen, nämlich die Herstellung von Wegen vor Ort, stößt damit auf die Vorstellung von Bewegung im Bild. Dabei befruchten sich die beiden Kulturtechniken des Wegebaus und des Filmemachens wechselseitig. Ihre Bahnungen und Spurungen führen zu jenem Reichtum ästhetischer Ausdrucksformen, der uns bis heute in die Kinos lockt.
 
Der fünfte Band wendet sich der Untersuchung bahnungsabhängiger Zielbestimmtheit zu. Auf das Studium des Wo? und Wie? der Wege folgt das Interesse am Wohin?. Der erste Teil fragt nach schriftlichen Ankündigungen von Zielen wie etwa Wegweiser und Ortstafeln. Der zweite Teil wendet sich vertikalen Wegen zu: Felswände, die das Gehen auf Händen vorführen, Aufzüge und Treppenanlagen, die sich als Determinanten gesellschaftlicher Stratifizierung erweisen. Das dritte Kapitel kehrt in die Horizontale filmischer Weglichkeit zurück. Es erforscht Auswege, Umwege oder Abwege. Um eine der vielfältigen Funktionen filmischer Treppen zu diskutieren, ist ein kurzes Beispiel der Überschreibung der Eisenstein’schen Odessa-Treppe zu sehen: Odessa Crash Test (Notes on Film 09) (2014, Norbert Pfaffenbichler) unterzieht die Kinderwagen-Einstellungen einer präzisen Versuchsanordnung, welche die Kombinatorik der Vertikalitäten auf den Prüfstand stellt. (Karl Sierek)
 
In Anwesenheit von Karl Sierek und Dieter Bandhauer
 
Karl Sierek, Wege. Spuren und Bahnen der Bewegung im Kino (Bd. 5), Wien: Sonderzahl 2026

Gustav Ernst: Arbeiterkino (ÖGfL)

Der Schriftsteller Gustav Ernst begibt sich auf die Suche nach seiner Kindheit: Aufgewachsen in Favoriten, dem 10. Wiener Gemeindebezirk, wurde er im Arbeitermilieu der Nachkriegszeit groß, unter Verhältnissen, die

denkbar weit von den Standards, Wertvorstellungen und Wünschen unserer Gegenwart entfernt sind. Um sich dieses Abstands und seiner Herkunft zu vergewissern, beginnt er damit die Erinnerungssplitter an seine Jugend in Favoriten zu Papier zu bringen. Auf diese Weise entsteht kein Memoir, sondern eine Art Kopfkino: Die Szenenfolge der Erzählungen bildet ein schillerndes Prisma einer verlorenen Zeit, das die gesellschaftliche Realität der Arbeiterschicht in Österreich zwischen 1944 und 1965 erahnen lässt.

Sven Hartberger in den Kammerspielen der Josefstadt

Was sind nun Menschenrechte wert?

Menschenrechte gelten als unbezahlbar. Doch dieses Wort ist doppeldeutig: Es kann bedeuten, dass etwas unersetzlich und von unschätzbarem Wert ist. Es kann aber auch die Behauptung enthalten, dass etwas zu kostspielig geworden sei. Genau an diesem Spannungsverhältnis setzt die Gesprächsreihe „Unbezahlbar. Die Menschenrechte“ an.

Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte wurde 1948 als gemeinsame Grundlage für Freiheit, Gleichheit und ein Leben in Würde verabschiedet. Heute werden ihre Grundsätze zunehmend infrage gestellt. Forderungen nach Schutz, Solidarität und gesellschaftlicher Teilhabe werden häufig gegen wirtschaftliche Interessen oder vermeintliche Sachzwänge ausgespielt. Die Vorstellung, dass Demokratie und Menschenrechte eine Belastung darstellen könnten, ist längst nicht mehr ausschließlich an den äußersten politischen Rändern zu finden. Sie ist bis in die Mitte der Gesellschaft vorgedrungen.

„Unbezahlbar.“ greift diese Entwicklung auf und schafft einen Raum für Widerspruch, Auseinandersetzung und gemeinsames Nachdenken. In vier Gesprächskonzerten werden unterschiedliche Ansprüche beleuchtet, die sich auf die Menschenrechtskonvention berufen. Zwei Abende finden in den Kammerspielen der Josefstadt statt, zwei weitere im Wiener Konzerthaus. Das Projekt verbindet gesellschaftspolitische Debatte mit musikalischer Erfahrung und führt damit zwei Ausdrucksformen zusammen, die auf unterschiedliche Weise berühren, herausfordern und neue Perspektiven eröffnen.

Durch die Abende führt Sven Hartberger, langjähriger Intendant des Klangforum Wien und gesellschaftspolitisch engagierter Autor. Er begegnet wechselnden Gesprächspartnerinnen in drei kurzen, bewusst konfrontativ angelegten Diskussionsrunden. Anschließend wird das Gespräch für das Publikum geöffnet. Die Besucherinnen sind eingeladen, Fragen zu stellen, Positionen zu prüfen und sich aktiv an der Diskussion zu beteiligen.

Musikalisch begleitet wird der gesamte Zyklus von Werken Friedrich Cerhas. Der österreichische Komponist, der 1944 im Alter von 19 Jahren unter Lebensgefahr aus der deutschen Wehrmacht desertierte, trat in seinem Leben und seinem künstlerischen Schaffen entschieden für Humanität, Demokratie und die Rechte diskriminierter Menschen ein. Seine Musik wird zum eigenständigen Bestandteil der Abende – als Resonanzraum für das Gesagte und als wohltuende Unterbrechung, wenn die Debatte besonders hitzig wird.

Sven Hartberger im Gespräch mit Franz Schellhorn Interpreten Franz Schellhorn, Gespräch Sven Hartberger, Gespräch Sidonie Forstreiter, Moderation Annette Bik, Violine Andreas Schablas, Klarinette Janna Polyzoides, Klavier Werke Friedrich Cerha Netzwerk-Fantasie Deux éclats en reflexion Acht Bagatellen für Klarinette und Klavier

Sven Hartberger im Gespräch mit Monika Köppl-Turyna
Geld oder Leben?

Interpreten
Monika Köppl-Turyna, Gespräch
Sven Hartberger, Gespräch
Sidonie Forstreiter, Moderation

PHACE, Ensemble
Ivana Pristašová Zaugg, Violine
Petra Ackermann, Viola
Roland Schueler, Violoncello

Werke
Friedrich Cerha
Neun Bagatellen für Streichtrio

„Unbezahlbar.“ ist eine Kooperation des Josefstadt Theaters mit dem Wiener Konzerthaus.

Sven Hartberger im Konzerthaus

Programm

Können wir uns die Menschenrechte noch leisten?

Im Streit begegnen sich: Bettina Emmerling, Sven Hartberger und das Publikum

Friedrich Cerha: Netzwerk-Fantasie (1988), Deux éclats en reflexion (1956), Acht Bagatellen für Klarinette und Klavier (2009)