Herbert J. Wimmer ist ein genauer Beobachter unseres Alltags und unserer Alltäglichkeit – selbst die Erinnerung und das Erinnern werden als Phänomene unserer Gegenwart bewusst gemacht. Gleichzeitig ist er ein großer Formalist, dessen Texte einem strengen Konstruktionsplan folgen: schon wieder noch nie ist in 13 Abschnitte gegliedert, genannt »quartale«, umfasst also einen Zeitraum von 3 Jahren und 3 Monaten, ein Zeit-Raum der jedoch beim Lesen als gegenwärtiger erlebt wird: »die gegenwart muss nicht gemessen werden, unterteilt werden, in immer kleinere einheiten, gegenwart ist«, wie Wimmer in dem im Anhang des Buches abgedruckten Werkstattgespräch angemerkt hat.
Archiv: Events
A list of upcoming events
Karl Sierek im Filmmuseum
Buchpräsentation Wege (Band 4)
Der vierte Band geht vom Anderen filmischer Fortbewegung aus: von den Wegen als jenen Sphären, die den Ortswechsel und seine Darstellung auf der Leinwand ermöglichen und sichtbar machen. Als Aktanten laufender Bilder zeigen sie zunächst nichts anderes als ihre Oberflächen. Ausgehend von deren sinnlichen Eigenschaften wie Glätte oder Glanz sowie ihrer materiellen Erscheinungsweisen (als Sandige, Steinige oder Wässrige, Schlickige oder Schlammige), wird im ersten Teil des Buches die Oberfläche der Wege als Unterlage der Bewegung erforscht. Im zweiten Teil werden Schienenwege, Landstraßen und Stadtstraßen als Träger filmischer Geschichten systematisiert. Der dritte Teil des vierten Bandes wendet sich schließlich den baulichen Vorrichtungen filmischer Lokomotion zu. Denn auch Gabelungen, Kreuzungen und Netze, Brücken, Türen und Schwellen, Gänge und Flure, Korridore und Galerien erschließen den Artenreichtum der Wege im Kino. (K.S.)
Mit Karl Sierek und Dieter Bandhauer
Freier Eintritt, freiwilliger Solidarbeitrag (1 Euro) zugunsten der Aktion Kulturpass
Lucas Cejpek in der Alten Schmiede
In den Essays, Romanen und Autofiktionen von Lucas Cejpek werden Spracharbeit, Witz und Originalität wirksam. Radio, Film, Literatur, Konzeption, Gedankenspiele, immer ist es das Wissen um Kultur, das unprätentiös mit scheinbaren Alltagsbanalitäten verwoben ist. Persönlich kenne ich Lucas Cejpek noch aus einem Musil-Museum in Klagenfurt Anfang der 1990er Jahre, wo er mit Helmut Eisendle aufgetreten ist. Ich erlebte ihn immer als großzügig und entschieden klar, was für die Literatur unumgänglich ist. Das Gespräch über seine Arbeit möchte ich aufnehmen, weil seine Suchbewegung meiner Vorstellung von Möglichkeitssinn entspricht.
L. Mischkulnig
Lucas Cejpek, *1956; Autor, Regisseur. Zuletzt: Du sieht Gespenster und nichts in der Minibar. Roman (2024).
Lydia Mischkulnig, *1963; Prosa, Essays; Lehrbeauftragte; zuletzt u.a.: Beau Rivage: eine Rückkehr (2025).
Franz Schuh in der ÖGfL
Elias Canetti
Franz Schuh: »Blendung als Lebensform. Zur Aktualität von Elias Canetti« (hg. von B. Kraller; Sonderzahl)
Seit fast einem halben Jahrhundert setzt sich Franz Schuh intensiv mit Elias Canettis Werk auseinander. An diesem Abend spricht er u.a. über Canetti und die Weltlage.
Moderation und Gespräch: Penka Angelova
Gemeinsam mit dem BMEIA und der Internationalen Elias Canetti Gesellschaft
Buch Wien Poetry Slam Nacht
Der international besetzte deutschsprachige Poetry Slam geht in die nächste Runde. Mit dabei sind Slam-Poet:innen aus Belgien, Deutschland, Liechtenstein, Luxemburg, der Schweiz und Österreich.
Moderation: Mieze Medusa und Markus Köhle
In Kooperation mit der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland, der Botschaft des Königreichs Belgien, der deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens, der Botschaft des Fürstentums Liechtenstein, der Botschaft des Großherzogtums Luxemburg und der Schweizerischen Botschaft.
Markus Köhle auf der Buch Wien
Hans Sagmeister, äußerlich betrachtet ein durchschnittlicher, fast unauffälliger Niederösterreicher, ist enttäuscht von seinen Mitmenschen. Um nicht ständig von seiner überfordernden Umwelt drangsaliert zu werden, zieht er sich sozial immer weiter zurück. Bald schon ist sein Vorstadthäuschen nicht nur ein Refugium, sondern eine regelrechte Trutzburg gegen Nachbarn, die Familie, die eigene Vergangenheit und überhaupt: den Lauf der Welt.
Markus Köhle entwendet das Sprachmaterial der Tagespolitik, um mit erprobtem Wortwitz tief in deren Abgründe und die der dort instrumentalisierten Motive zu blicken. Mit satirischer Exaktheit zeichnet er so das Panorama einer von Überforderung und Engstirnigkeit halluzinierten Welt.
Moderation: Robert Renk
Die Buch Wien Buchhandelslounge – eine Bühne für Bücherleidenschaft. Buchhandlungen aus ganz Österreich präsentieren sich mit zahlreichen Gesprächen mit Autor:innen auf der Buch Wien.
Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Buchhandlung Wagner’sche in Innsbruck.
Andrea Winkler auf der Buch Wien
»So schnell gehen die Tage zu Ende, dass man vollständig vergessen könnte, wofür es sich lohnt, müde zu werden.« Folgt man den vielfältigen Figuren von Andrea Winklers Erzählungen, dann begibt man sich auf Reisen, die den Blick freimachen für Beobachtungen und Einsichten von grundlegender Bedeutsamkeit. Es sind dabei gerade nicht die lauten Geschehnisse des ringsum rauschenden Alltags, denen ihre Aufmerksamkeit gilt, sondern vermeintlich periphere Momente: Lesend folgen wir Stimmen, die aus dem Trott ihrer Tage ausbrechen und mit unbestechlicher Klarheit auf die Welt blicken.
Moderation: Wolfgang Popp, Ö1
40 Jahre Sonderzahl auf Ö1
Markus Köhle und Mieze Medusa in der Kurdirektion Bad Ischl
Mieze Medusa: „Hätte ich es vorher gewusst, hätte ich es genauso gemacht“
Die erste Bad Ischler Stadtschreiberin kommt und hat ihren neuen Roman im Gepäck.
„Hätte ich es vorher gewusst, hätte ich es genauso gemacht“ erzählt davon, was Frauen zum Überleben brauchen: Tempo, Herz, Humor, Wut und viel Solidarität.
Melanie hat vermutlich nicht immer die richtigen Entscheidungen getroffen: Sonst wäre sie nicht die zweite Ex eines reichen Mannes mit internationalem Lebensstil, der bei Ehefrau Nummer drei angekommen ist und die gemeinsame Tochter Adele nach Neuseeland mitgenommen hat. Die Sommer in Wien werden immer heißer, alles wird teurer … und was jetzt?
Mieze Medusa heißt im bürgerlichen Leben Doris Mitterbacher und lebt in Wien. Sie steht als Rapperin und Spoken-Word-Performerin seit 2002 auf internationalen Bühnen und hat ihren MC-Namen in die Prosa mitgenommen. Ihr Debütroman „Freischnorcheln“ erschien 2008, seitdem hat sie Prosatexte, aber auch Sammlungen von Poetry-Slam-Texten und Tonträger des Hip-Hop-Duos „mieze medusa & tenderboy“ publiziert. Zuletzt erschienen: „Du bist dran“ (2021), „Was über Frauen geredet wird“ (2022) und “Hätte ich es vorher gewusst, hätte ich es genauso gemacht“ (2025).
Von Dezember 2023 bis April 2024 war sie die 1. Stadtschreiberin in Bad Ischl und hat dabei nicht nur die ersten Monate der Kulturhauptstadt beobachtend begleitet, sondern auch das Konzept der Winterfrische für sich entdeckt.
http://www.miezemedusa.com/
Markus Köhle: „Land der Zäune“
Markus Köhle ist Autor, Literaturarbeiter, Papa Slam und hat Bad Ischl in den stadtschreibenden Monaten von Mieze Medusa ebenfalls häufig besucht. Sein aktueller Roman “Land der Zäune” spielt aber nicht im Salzkammergut, sondern im Europaweg in Unterbrombachkirchen irgendwo im Speckgürtel von Wien und erzählt die Geschichte von Hans Sagmeister, der vom Siedlungssheriff zum Zaunkanzler werden will.
„Köhles Next-Level-Galgenhumor beschränkt sich, wie derjenige Morgensterns, nur vermeintlich aufs Blödeln, er zeigt uns den Endgegner – uns selbst: „Gut und Böse sind keine Kategorien im Kapitalismus. Geld ist gut[,] und böse sind immer die anderen“. (Konstantin Ames, literaturkritik.de)
Markus Köhle schreibt, um gehört zu werden. Er kommt aus Tirol und lebt in Wien. Er schreibt für jung und alt, macht E- und U-Literatur, veranstaltet und moderiert seit über 20 Jahren Poetry Slams und das Innsbrucker Prosa Festival, betreibt das Autor*innenprojekt „Retrogranden aufgefrischt“ in der Alten Schmiede in Wien und ist Redakteur der Literaturzeitschrift DUM (www.dum.at).
Zuletzt erschienen: Ganz schön frech. Gedichte für die ganze Familie (Luftschacht 2019)
Zurück in die Herkunft. Ein Nabelschaulauf zu den Textquellen (Sonderzahl 2021)
Das Dorf ist wie das Internet, es vergisst nichts. Roman (Sonderzahl 2023)
Land der Zäune. Roman (Sonderzahl 2025).
http://www.autohr.at/
Markus Köhle in der Bücherei Obsteig
Markus Köhle liest aus seinem Neuen Roman „Land der Zäune“