Zum 30. Geburtstag des Literaturhauses stellen wir monatlich Bücher von Autor*innen aus der Region vor. Bei Getränk und kleinem Imbiss gibt es die Gelegenheit zum Austausch.
Drei Frauen, drei Generationen. Zwischen Krieg, Wirtschaftswunder und Studentenbewegung erzählt Ute Wegmann in Alles soll sehr weiß sein (Maro) von Arbeit, Schweigen und Wandel – und vom Leben berufstätiger Frauen im 20. Jahrhundert. Es moderiert Sabine Küchler.
In Bastian Schneiders Roman Umschreibung (sonderzahl) jagt Detektiv Emil Nerz keinen Menschen, sondern einen verschollenen Kafka-Text. Zwischen surrealem Noir, Science-Fiction und KI-Visionen entsteht ein rasanter Roman über Macht, Kontrolle – und den Preis einer perfekten Welt. Es moderiert Martin Mittelmeier.
Sätze, die einen nicht loslassen – Lesezeichen durch die Literaturgeschichte – Lebenszeiten im Licht der Literatur… In klarem Rhythmus und pointenreichen Sätzen gibt Cornelius Hell Momenten eine poetische Kraft, die aus alltäglichen Situationen besondere Augenblicke machen, die über das Persönliche und Vergangene hinauswirken.
Cornelius Hell im Gespräch – am Welttag des Buches!
Herzliche Einladung!
Eine Anmeldung erleichtert uns die Organisation:
buchhandlung@herder.at
oder 01/512 14 13
Am Donnerstag, den 9. April um 18 Uhr lädt das Österreichische Generalkonsulat in Straßburg zu einem besonderen literarischen Abend ein. Lucas Cejpek liest Auszüge aus seinen bislang in Frankreich unveröffentlichten Werken Du siehst Gespenster und nichts in der Minibar und Quer zur Schreiblinie, in denen er seine Aufenthalte an verschiedenen Orten Straßburgs verarbeitet.
Der zweisprachige Lesung folgt ein Gespräch von Aurélie Le Née mit dem Autor.
Anmeldung bis zum 2. April 2026 unter:
strassburg-gk@bmeia.gv.at oder +33 (0)3 88 35 13 94
Unter Einsatz verschiedener filmischer Formen wie Animation, Splitscreen und Fischauge gestaltet Wolfgang Liemberger und Georg Vogt das assoziative Porträt des 2021 verstorbenen Avantgardefilmemachers Ferry Radax. Gefilmt größtenteils in Monterosso, Schauplatz von Radax’ Hauptwerk Sonne halt! .
„Gefahr haben wir nie gemieden“, sagt Ferry Radax. Der Filmemacher, eine zentrale Figur des österreichischen Avantgardekinos der Sechzigerjahre, hat mit Sonne halt! das Zentralgestirn vom Himmel geschossen, Thomas Bernhard drei Tage auf einer Parkbank interviewt und nach seinem Tod 2021 ein großes Archiv hinterlassen. Noch zu Radax’ Lebzeiten begann Wolfgang Liemberger an diesem naturgemäß unorthodoxen Porträt zu arbeiten, das nun als assoziativ montiertes Werk ein vorläufiges Ende findet. Es treten u. a. auf: ein computeranimiertes schwarzes Tentakelmonster sowie Radax selbst am Strand von Monterosso, dem Drehort von Sonne halt! . Liemberger und Vogt filmen Radax beim Interview mit einem Fischaugenobjektiv, das Meer dahinter sieht aus wie eine Kugel. All das verschmilzt mit der Lyrik von Sophie Reyer zur losen Beschreibung einer künstlerischen Weltwahrnehmung des 20. Jahrhunderts, in der ein kritischer Pessimismus, die Prophezeiung vom Ende der Menschheit und das Bernhard’sche Mantra vom Untergang noch als Koketterie gelten konnten. (Anna Katharina Laggner)
Unter Einsatz verschiedener filmischer Formen wie Animation, Splitscreen und Fischauge gestaltet Wolfgang Liemberger und Georg Vogt das assoziative Porträt des 2021 verstorbenen Avantgardefilmemachers Ferry Radax. Gefilmt größtenteils in Monterosso, Schauplatz von Radax’ Hauptwerk Sonne halt! .
„Gefahr haben wir nie gemieden“, sagt Ferry Radax. Der Filmemacher, eine zentrale Figur des österreichischen Avantgardekinos der Sechzigerjahre, hat mit Sonne halt! das Zentralgestirn vom Himmel geschossen, Thomas Bernhard drei Tage auf einer Parkbank interviewt und nach seinem Tod 2021 ein großes Archiv hinterlassen. Noch zu Radax’ Lebzeiten begann Wolfgang Liemberger an diesem naturgemäß unorthodoxen Porträt zu arbeiten, das nun als assoziativ montiertes Werk ein vorläufiges Ende findet. Es treten u. a. auf: ein computeranimiertes schwarzes Tentakelmonster sowie Radax selbst am Strand von Monterosso, dem Drehort von Sonne halt! . Liemberger und Vogt filmen Radax beim Interview mit einem Fischaugenobjektiv, das Meer dahinter sieht aus wie eine Kugel. All das verschmilzt mit der Lyrik von Sophie Reyer zur losen Beschreibung einer künstlerischen Weltwahrnehmung des 20. Jahrhunderts, in der ein kritischer Pessimismus, die Prophezeiung vom Ende der Menschheit und das Bernhard’sche Mantra vom Untergang noch als Koketterie gelten konnten. (Anna Katharina Laggner)
Gespenst Derrida
Lucas Cejpek im Gespräch mit Sophia Panteliadou
Jacques Derrida hat mich seit meinem Literaturstudium Mitte der 1970er Jahre
begleitet, in meiner literarischen Arbeit taucht er seit 2014 namentlich auf, in
meinem Lexikon-Essay Unterbrechung, wenn Paul Celan zur Sprache kommt, und
zehn Jahre später in meinem Gespenster-Buch, wenn er vor das Kommunistische
Manifest auf Hamlet zurückgeht: Der Auftritt von Derrida erfolgt nicht nur in Form
des Zitats, sondern auch als Person, im Gespräch.
LUCAS CEJPEK, geb. 1956 in Wien, aufgewachsen in Graz, Studium der Germanistik und Amerikanistik, Dissertation über Robert Musils Roman Der Mann ohne Eigenschaften als Kulturtheorie, lebt als freier Schriftsteller und Regisseur in Wien. Zuletzt: Du siehst Gespenster und nichts in der Minibar, Sonderzahl Verlag 2024. Ausschnitte aus dem Essayprojekt Quer zur Schreiblinie sind als flugschrift im November 2025 erschienen.